International Benchmarking: Andere Länder sind deutlich weiter, was Stromspeicher- und BESS-Strategien angeht. Wir haben uns angeschaut, von wem wir lernen können.
Kapazitätsmarkt: Marktwirtschaftliche Anreize schaffen – wie in Großbritannien.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat angekündigt, 2027 einen Kapazitätsmarkt zu etablieren. Hier lohnt ein Blick ins Vereinigte Königreich, das bereits einen funktionierenden Mechanismus etabliert hat, der marktwirtschaftliche Anreize für das Bereitstellen von Speicherkapazität schafft.
Das Konzept ließe sich leicht auf Deutschland übertragen. Entscheidend ist aus unserer Sicht, Speicherleistungen angemessen zu bewerten und Großbatterien technologieoffen in Kapazitätsmechanismen zu integrieren. Dabei gilt es, unternehmerische Initiative zu belohnen und sicherzustellen, dass subventionierte Anbieter keine privat finanzierten Speicher verdrängen.
Netzanschlüsse: Verfahren vereinfachen und beschleunigen – wie in Kalifornien
Nach der prinzipiellen Einstufung von Großbatterien als Anlagen „im überragenden öffentlichen Interesse“ sind entsprechende Klarstellungen nötig, allen voran im Baurecht. Um schnell mehr Speicher ans Netz zu bringen, brauchen wir zudem standardisierte, transparente Anschluss- und Genehmigungsverfahren mit definierten Fristen.
Hier empfiehlt sich ein Blick nach Kalifornien, das mit transparenter Anschlussprozessen ans Übertragungsnetz und standardisierten Verteilnetz-Anschlüssen (Rule 21) für Planungs- und Investitionssicherheit sorgt – mit großem Erfolg.
Netzdienlichkeit: Berechenbarkeit erhöhen, Restriktionen minimieren – wie in Australien
Australien punktet mit einem test- und messbassiertes Frequenzkontrollsystem, präzisen Vorgaben für Speicher-Spezifikation und -betrieb sowie maßgeschneiderten Angeboten für Großbatterien („Very-Fast-FCAS“). Das erhöht die Berechenbarkeit und reduziert netzseitige Restriktionen.
Beides ist auch hierzulande wichtig. Deshalb sind Investtionen ins Netz, in zusätzliche Anschlussfelder und in die Digitalisierung unerlässlich. Zudem macht es aus unserer Sicht Sinn, dynamische Preissignale für einen netzdienlichen Betrieb zu entwickeln und einen transparenten Zugang zu Netzzustandsprognosen sicherzustellen.
Netzentgelte: Eigene Kategorie für Speicher schaffen – wie Großbritannien
Großbritannien ordnet Speicher in seiner Netzentgelt-Systematik im Bereich „Erzeugung“ ein (in einer gesonderten Unterkategorie). Laut deutschen Baukostenzuschuss-Regelungen gelten Speicher dagegen als reine Verbraucher, was widersprüchlich ist, häufig zu exorbitanten Gebühren führt und die erhoffte Steuerungswirkung verfehlt.
Wir brauchen deshalb eine eigenständige Definition für Speicher und eine dauerhafte Lösung zur Beteiligung an Netzanschluss-Kosten. Konstruktive Vorschläge aus der Branche, etwa dynamische Netzentgelte, liefern Impulse für weitere Diskussionen (AgNes-Verfahren).
